Deutschrap und Medienkompetenz

Der verhassteste Deutschrapjournalist deines verhasstesten Deutschrappers (s/o Sido!) hat sich mit do-rap.net u.a. über Medienkompetenz unterhalten:

Die Verantwortung dafür, was Kinder hören, liegt klar bei den Eltern. Es geht ja nicht nur um Musik: Mit welchen Freunden umgibt sich das Kind, welche Werte vermittele ich dem Kind, indem ich sie selber vorlebe? Und natürlich folgen dann auch die medialen Inhalte, die ich meinem Kind erlaube zu konsumieren. Ich kann verstehen, dass man gerne eine sorglose Welt hätte, in der man die Kinder einfach laufen lassen kann. Das ist nämlich nicht anstrengend. Man kann dann seine Kinder schön vor dem Bildschirm parken und muss nichts machen.

Aber das ist natürlich Quatsch. Die Nachrichten sind voller Grausamkeiten, es laufen den ganzen Tag Krimi-Serien. Auch nachmittags, ein Kind wird bis zur Volljährigkeit über zigtausend Leichen gesehen haben. Und Musik ist da nur ein kleiner Teil von möglichen Grausamkeiten.

Die Frage ist also: Wie gehe ich damit um? Wenn ich es bequem haben will, fordere ich Zensur von allen Medienschaffenden. Aber das geht nicht. Wirklich sinnvoll ist es, mit dem Kind darüber zu reden, was es da konsumiert. Für mich persönlich werden Kinder nicht ernst genug genommen. Das sind ja keine doofen Wesen, die nichts verstehen. Zu allererst sollte man auch nur Fragen stellen (…)

Um den Deutschrapzirkus geht’s natürlich auch am Rande. Nachzulesen hier.

Gonzo-Trump

Über Nerdcore hab‘ ich außerdem einen Artikel, der das Gute und das Böse auf der Welt zusammenbringt, bei The Nation gefunden: „This Political Theorist Predicted the Rise of Trumpism. His Name Was Hunter S. Thompson.“

Most people read Hell’s Angels for the lurid stories of sex and drugs. But that misses the point entirely. What’s truly shocking about reading the book today is how well Thompson foresaw the retaliatory, right-wing politics that now goes by the name of Trumpism. After following the motorcycle guys around for months, Thompson concluded that the most striking thing about them was not their hedonism but their “ethic of total retaliation” against a technologically advanced and economically changing America in which they felt they’d been counted out and left behind. Thompson saw the appeal of that retaliatory ethic. He claimed that a small part of every human being longs to burn it all down, especially when faced with great and impersonal powers that seem hostile to your very existence. In the United States, a place of ever greater and more impersonal powers, the ethic of total retaliation was likely to catch on.

Deutschrap unterm Radar

Und dann wäre da noch Jan Wehn für Noisey mit seinen 11 besten Rapsongs, die ihr besser nicht verpasst gehabt haben werdet, wenn dieses widerliche Jahr in ein paar Tagen hoffentlich vorbei ist:

Gibmafuffi feat. Döll – S3

Schon Anfang des Jahres veröffentlichte der Offenbacher Beatkonducta Gibmafuffi nach dem Fast-Instrumentaltape Trinkhallenromantik das Fast-Instrumentalalbum Spielschulden. Fast, weil darauf nicht nur Beats, sondern mit—unter anderem—Döll auch einer der wohl begnadetsten MCs des Landes vertreten war. Für „S3″ verschnitt Gibmafuffi knisternde Choral- und Blechbläsersamples mit sattem Bumm-Bumm-Tschack und Döll battlete auf gewohnt hohem Technik-Niveau nicht nur die Konkurrenz, sondern irgendwie auch sich selbst.

Direkt mal wieder von vorne bis hinten durchhören, die Spielschulden LP!